Die Sauer-Orgel in der Dorfkirche zu Freienhufen, Stadt Großräschen (1906)
Die im 15. Jahrhundert erbaute Dorfkirche mit schlichtem Äußeren besticht besonders durch ihre barocke Innenausstattung. Den wunderbaren Altaraufsatz schnitzte 1657 Andreas Schulze aus Torgau. Er ist durch seine sehr lebhaften Darstellung von Engelsfiguren, Moses, Johannes des Täufers und des ersten Heiligen Abendmahles bekannt. Ebenso wurde auch die prächtig geschmückte Kanzel im 17. Jahrhundert errichtet. Trotz der barocken Ausstattung ist die Orgel ein typisches Beispiel kleiner romantischer Orgeln zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Das von Wilhelm Sauer aus Frankfurt/Oder erbaute Opus 954 wurde am 11. Februar 1906 in Gebrauch genommen. Er übernahm das Orgelgehäuse mit dem Prospekt von der Vorgängerorgel, die Orgelbaumeister Christoph Schröter aus Sonnewalde 1829 errichtete, erweiterte es aber optisch sehr harmonisch zu beiden Seiten, um im Innern Platz für die Kegelwindladen von zwei Manualen und Pedal zu erhalten. Die Spiel- und Registertraktur ist pneumatisch angelegt, was der Spielweise der Romantik sehr entgegen kommt. So ist auch die Zusammenstellung der Stimmen romantisch: Einem kräftigen Hauptmanual, ohne scharfe Mixtur, ist eine leises Echowerk mit drei Registern zugesellt. Das Pedal enthält die Bassstimmen als kräftige Grundierung des grundtönigen Klanges mit Bevorzugung von Streicherstimmen, poetischer Flöten und kräftigen Prinzipalen. 1992 wurde die Orgel überholt und gereinigt, da im Laufe der Zeit durch Verfall, besonders aber nach dem Krieg durch mutwillige Zerstörung die Orgel kaum spielbar war.
ORGELDISPOSITION
Manual I (C-f’’’)
Prinzipal 8’ Gemshorn 8’ Floete 8’ Prästant 4’ Quinte 2 2/3’ Oktave 2’ Manualkoppel II-I
Manual II (C-f’’’)
Gedackt 8’ Salicional 8’ Rohrflöte 4’
Pedal (C-d’)
Subbaß 16’ Violon 8’ Koppel I-Pedal Koppel II-Pedal
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