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IMPRESSIONEN 2004 |
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IMPRESSIONEN vom 14. Internationalen Orgelmusikzyklus in Großräschen 2004
Seit 14 Jahren gehört Großräschen zu den wenigen Orten im Land Brandenburg, in dem regelmäßig internationale Orgelmusik zu hören ist. Gleichsam ist Großräschen auch ein Ort, der Künstler des Orgelspiels aus aller Welt anzieht. 2004 gastierten zum ersten Mal Künstler aus Brasilien, China, Lettland und Belgien in der Stadt. Durch das besondere Flair der Konzertreihe mit dem Wechsel von Orgel solo und Orgel plus andere Instrumente, den Gesprächen vor und besonders nach den Konzerten mit Besuchern und Veranstaltern, das Festival der Osteuropäischen Orgelmusiktage und vielen mehr haben auch die kleine Stadt Großräschen in Europa und in der Welt bekannt gemacht. Wie in jedem Jahr sollen auch die 2004 verklungenen Konzerte an dieser Stelle nochmals reflektiert werden. Das geschieht mittels kurzer Auszügen aus den Presse-Rezensionen über die Konzerte:
106. Konzert am 6.5.2004 Eröffnungskonzert für Orgel und Barockorchester Marek Toporowski (Orgel) und Concerto Polacco, Warschau/Polen „Große Zustimmung des dicht gedrängt sitzenden Publikums in der katholischen Kirche St. Antonius, als Initiator Rudolf Bönisch feststellt: Also auch heute entsteht noch neue Orgelmusik! Da ist gerade die Uraufführung von Ulrich Pogodas Toccata con spirito aus diesem Jahr (dem seines 50. Geburtstages in Wittichenau) verklungen: mit reizvollem Hell-Dunkel-Kontrast, ernst, ein wenig herb, Kraftvolles mit Gedankenfülle, wirklich gelungen … Die Gehörgänge werden geöffnet. Reichlich Beifall für Ulrich Pogoda, den komponierenden Mann aus der Region, den Bauingenieur, der erst mit 24 endgültig zur Musik fand, nun musikalische Bauten errichtend. (Klaus Klingbeil, Berlin in „Lausitzer Rundschau“ 8.5.2004) „Der erste Donnerstag im Mai. Die Kirche ist brechend voll. Stühle und Bänke werden zusätzlich herzu getragen. Man rückt zusammen, um anderen auch noch einen Sitzplatz zu geben. Die Menschen sind voller Erwartung. Die große Osterkerze brennt still vor dem Altar der St. Antoniuskirche in Großräschen. Und dann wird es auch in der Kirche still, ganz still. … Eine Freude war es, die auf jetzt insgesamt 19 Register erweiterte Jehmlich-Orgel zu hören. Der festliche Klang, das Volumen des Instruments, die hellen Obertöne: Ein Halleluja besonderer Art. Zum Schluss führte Toporowski mit Georg Böhms Choralbearbeitung „Vater unser im Himmelreich“ zurück zum Auferstehungscharakter dieses Konzertes. So „stand das Publikum auch auf“, um damit den Künstlern für ihre hervorragende Leistung zu danken.“ (Hans-Udo Vogler, Freienhufen in „Der Regionalanzeiger“ 11.6.2004)
107. Konzert am 3.6.2004 Orgelkonzert: Von Bach bis Krebs Felix Friedrich, Altenburg/Thüringen „Während Orgelmusik vom Barockmeister Johann Sebastian Bach fast auf jedem Programm eines Orgelkonzertes steht, wird die Musik seines wohl bekanntesten Schülers Johann Ludwig Krebs nur relativ selten gespielt. Das trifft besonders auf unsere Gegend zu, denn in Thüringen und speziell an der Schlosskirche zu Altenburg ist dies anders. Krebs war Organist an der dortigen Trost-Orgel, die nach umfassender Restaurierung wieder dem Klangcharakter der Barockzeit entspricht.“ (Aus Konzertankündigung in „Lausitzer Rundschau“ 1.6.2004)
108. Konzert am 24.6.2004 725. Jahrfeier von Freienhufen Orgelmusik und Bildhauerkunst: Der Barockaltar von Andreas Schultze (1657) Wolfgang Nützler, Finsterwalde (Orgel) Albrecht Bönisch, Leipzig (Erklärungen) „Von Bach ertönt der Choral „Dies sind die heilgen zehn Gebot“ und von Krebs „Schmücke dich o liebe Seele“ sowie weitere Orgelwerke etwa von Mendelssohn Bartholdy. Dazu stellt Albrecht Bönisch aus Leipzig den Besuchern die Altar-Bilder vor. Er gehört zu den eindrucksvollsten Werken Schulzes: In der Predella das heilige Abendmahl, die Kreuzigung umrahmt von Mose und Johannes dem Täufer, daneben die Figuren von Pelikan und Phönix als Sinnbilder des Opfertodes und der Auferstehung. Eingerahmt von Engeln ist der Altar mit der Auferstehungsszene bekrönt. Jedes der farbkräftigen Teile des Altars hat noch heute Aussagekraft.“ (Aus Konzertankündigung in „Lausitzer Rundschau“ vom 23.6.2004)
109. Konzert am 1.7.2004 Musik für Orgel und Sheng Wu Wei, Berlin (Chinesische Mundorgel) Gunter Kennel, Berlin (Orgel) „Wieder gut gefüllt war die St. Antoniuskirche in Großräschen am Donnerstag 1. Juli, als der Großräschener Orgelkonzerte e.V. zu einem ganz besonderen Orgelkonzert einlud: Musik für Orgel und Sheng. Sheng - dieses den meisten vermutlich völlig unbekannte Musikinstrument ist eine chinesische Mundorgel, bei der sowohl mit Hilfe von Tasten, als auch mit diffiziler Anblastechnik einzelne Töne und sogar Akkorde geformt werden können. … Ganz in den Bann der Sheng genommen wurden dann die Zuhörer mit der Komposition Wu Wei’s für Sheng solo. Hier konnte erstmals ein Eindruck vom mehrstimmigen Klangbild der Sheng gewonnen werden. Ekstatisch spielte Wu Wei, stieß fächerartige Tonkaskaden aus der Sheng. Es ist wohl nicht übertrieben, dass sich die Konzertbesucher in eine andere, fremde, zugleich aber ästhetisch schöne Welt versetzt sahen. Wu Wei erntete für dieses Stück verdient den ersten „Bravo“-Ruf des Abends, dem am Ende des Konzertes - gemeinsam mit stehenden Ovationen - weitere folgten.“ (Daniel Sobotta, Großräschen in „Der Regionalanzeiger“ 9.7.2004)
110. Konzert am 5.8.2004 Internationales Orgelkonzert: Ein kanadisches Orgelduo Sylvie Poirer und Philip Crozier, Montreal/Kanada Die Künstler haben sich zwei Tage in Großräschen auf dieses Konzert vorbereitet. Blättern, Registrieren und Fußbetätigungen müssen deshalb genauestens abgestimmt sein. … Wie bei den Großräschener Konzerten üblich, wurde mitten im Programm aus einem literarischen Werk gelesen – diesmal passend zur Musik ein Stück von Hermann Hesse. Den Abschluss des Musikabends bildete die große Sonate in d-Moll Opus 30 von Gustav Merkel. Der dritte Satz (Allegro con fuoco, Fuga) ließ die Orgel mit ihren 19 Klangfarben im prächtigen Tutti ertönen, wie dies nur beim Spiel von zwei gleichzeitig agierenden Organisten zu erleben ist.“ (Albrecht Bönisch, Leipzig in „Lausitzer Rundschau“ 9.8.2004)
111. Konzert am 19.8.2004 Internationales Orgelkonzert: Brasilianische Orgelmusik Elisa Freixo, Mariana/Brasilien „Die Freunde der Orgelmusik, die den Konzerttermin im August in Großräschen nicht wahrnahmen, haben etwas verpasst. Denn der brasilianischen Organistin Elisa Freixo gelang es ganz vortrefflich auf der Jehmlichorgel der Antoniuskirche den Besuchern den ganz speziellen Orgelklang ihrer Heimat näher zubringen. … Beim Spiel der Interpretin konnte man hier die Klangfülle der Großräschener Orgel mit all ihren Nuancen erleben. Ernste und heitere Melodien aus Spanien ließen dann die Herzen der Zuhörer höher schlagen. … Mit José Lidóns "Allegro" fand das Konzert einen heiter beschwingten Abschluss. Viel Beifall für Elisa Freixo, die mit durch Spiel die Herzen der Besucher fröhlich schlagen ließ und alle ein wenig glücklicher gemacht hat.“ (Ulrich Münzberg, Senftenberg, für „Lausitzer Rundschau“, unveröff.)
3. Großräschener Orgelfahrt am 28.8.2004 Orgeln im Gebiet des Klosters Neuzelle LKMD Gunter Kennel, Berlin „Auf dem Marktplatz von Großräschen trafen sich am Morgen des 28. August zum dritten Mal die Geister, welche Rudolf Bönisch zur Orgelfahrt gerufen hatte. Drei Busse waren vom Niederlausitzer Reiseunternehmen Pietzsch für die 140 Teilnehmer bereit gestellt. … Nach dieser umfangreichen Lektüre war bald unsere erste Station, die Nikolaikirche von Fürstenberg (jetzt Ortsteil Eisenhüttenstadts) mit ihrer neuen Eule-Orgel erreicht. … Albrecht Bönisch stellt uns die Besonderheiten der Stimmen in verschiedenen Kombinationen vor, die Gunter Kennel mit geistvollen kleinen Improvisationen musikalisch umsetzte. … Im Gasthaus „Zur Sonne“ (Ortsteil Schönfließ) wurde das Mittagessen eingenommen, gut organisiert, ohne Hektik. Erstaunlich, wie hier in einer Stunde so viele Menschen fast gleichzeitig beköstigt wurden…. Der Zeitplan erlaubte einen Besuch der Friedenskirche im Evangelischen Gemeindezentrum Eisenhüttenstadt, welcher eigentlich nicht vorgesehen war. Das Instrument, nicht als Konzertorgel gedacht, sondern in erster Linie für den gottesdienstlichen Gebrauch, hatte im Plenum einen guten Klang und der 14jährige Florian Bischof aus Senftenberg, brachte mit jugendlicher Spontanität ein Stück von Rinck zu Gehör, wofür er viel Beifall bekam. Es ist sehr wahrscheinlich (oder zu befürchten?!), dass zur vierten Orgelfahrt 2005 vier Busse gebraucht werden. Innere Ruhe, Meditation, Muße beim Betrachten des Kircheninventars und der Auslagen und CD`s am Eingang, sowie einführende Worte (akustisch) zu Kirche und Orgel bei wenig Platz in den Bänken kleinerer Kirchen würden unter „Massentourismus-“ ähnlichem Umständen empfindlich leiden. Hinzukäme ein Gaststättenproblem. Vielleicht wären dann zwei Fahrten mit je zwei Bussen eine Lösung? Aber darüber hat Rudolf Bönisch gewiss schon nachgedacht, denn er ist ja längst kein Zauberlehrling mehr, sondern ein Meister der Organisation.“ (Siegfried Schlechte, Senftenberg in „Der Regionalanzeiger“ 8.10.2004)
112. Konzert am 2.9.2004 9. OSTEUROPÄISCHE ORGELMUSIKTAGE Konzert für Orgel und Sopran: Ave Maria Lotars Dzerins (Orgel) Marite Lazdane (Sopran), Liepaja/Lettland „So war das bereits 9. Mammut-Programm „Osteuropäische Orgelmusiktage“ mit drei Konzerten ein Erfolg für die Künstler und ein unvergessliches Erlebnis für die Besucher, die aus Nah und Fern zum Festival kamen. … Nicht nur die teils sanft, teils mit kräftiger Orgel begleiteten Gesänge von Schubert, Arcadelt, Caccini, Gounod und lettischen Komponisten haben den aufmerksamen Zuhörern Tränen in die Augen getrieben. Auch die Orgel-Soloparts von Liszt, Einfelde und Bach unterstützten das weltberühmte musikalische Thema der Marienverehrung. … Eindrucksvoll war die Welturaufführung vom „Ave Maria“ des Letten Andris Kontauts (geb. 1974). Das tief beeindruckte Publikum wurde mit einer Zugabe belohnt.“ (R. B. in „Lausitzer Rundschau“ 22.9.2004)
113. Konzert am 3.9.2004 9. OSTEUROPÄISCHE ORGELMUSIKTAGE Böhmische Orgelmeisterwerke Frantisek Vanicek, Hradec Králové/Tschechien „Der nächste Konzertabend stand ganz im Zeichen böhmischer Orgelkunst. Frantisek Vanicek aus Hradek Kralowe erfreute mit den wohl berühmtesten Orgelwerken seiner Heimat. Von den barocken Toccaten über die freudig daherkommenden Werke der Mozart-Zeit und romantische Stücke bis zum Part des in Zamberg, dem tschechischen Senftenberg, geborenen Großmeisters Petr Eben. Seine „Sonntagsmusik“ hat abermals belegt, dass der Großräschener Zuhörer auch zeitgenössische Orgelmusik gern aufnimmt. Das Orgelkonzert wurde vom RBB aufgezeichnet. Gesendet wird es am 2. Oktober ab etwa 21.30 Uhr auf Kulturradio.“ (R. B. in „Lausitzer Rundschau“ 22.9.2004)
114. Konzert am 4.9.2004 9. OSTEUROPÄISCHE ORGELMUSIKTAGE Musikalische Reise nach Russland für Orgel und Klavier Ksenia Pogorelaya (Orgel) Arseni Sadykow (Klavier, Flöte), Polotsk/Weißrussland „Beeindruckend war der dritte Festivalabend in mehrfacher Hinsicht. Ksenia Pogorelaja aus Belorussland interpretierte auf der Jehmlich-Orgel Choräle des bei Minsk geborenen Polen Moniuszko und altweißrussische Musik. … Es war eine Freude, dabei dem lebhaften Blockflötenspiel ihres Sohnes Arseni zuzuhören. … Höhepunkt des oft im meditativen Bereich angesiedelten Musikabends war zweifellos die Uraufführung der „Schwalbe im Himmel“. Das Stück im sich verschmelzenden Klang von Orgel und Klavier wurde von Julia, der 19-jährigen Tochter der Gastorganistin, exklusiv für die Großräschener Orgeltage geschrieben. … Es gibt den Wunsch nach einer Fortführung des Festivals im nächsten Jahr, zu dem sich dann vielleicht noch mehr als die diesmal über 300 Zuhörer aufmachen werden.“ (R. B. in „Lausitzer Rundschau“ 22.9.2004)
115. Konzert am 18.9.2004 100. Geburtstag von Friedrich Press (†1990) Orgelmusik und Bildhauerkunst: Großräschener Kreuzweg von Friedrich Press (1904 - 1990) Serge Schoonbroodt, Liége/Belgien (Orgel) „Es ist dem engagierten Wirken von Rudolf Bönisch zu verdanken, dass die Großräschener Orgelkonzerte weit über die Region hinaus bekannt sind und dass sie das kulturelle Leben in besonderer Weise prägen. Immer wieder gelingt es, mit den Programmen einprägsame Höhepunkte für einen großen Besucherkreis zu organisieren. … Das Erbe von Press zu pflegen hat viele wichtige und aktuelle Gründe. Nach wie vor stimmt seine Aussage, dass etwa 80 Prozent der Betrachter Schwierigkeiten beim ersten Betrachten seiner Werke haben. Diese erschließen sich in einer unerwarteten und beeindruckenden Art und Weise nur in der Auseinandersetzung. Die einfühlsamen Erklärungen von Albrecht Bönisch (Sohn des Cheforganisators und Theologiestudent) zum Großräschener Kreuzweg regten die Besucher zum Weiteren Nachdenken an. … Die Idee der Veranstalter, die Vorstellung der modernen Innengestaltung der Kirche mit klassischer Musik zu verbinden, war ein Volltreffer. Diese eindrucksvolle Gegenüberstellung schuf Raum für eigene Inspiration und Gedanken bei den Zuhörern. Der belgische Organist Serge Schoonbroodt spielte meisterhaft. Mit der gelungenen Veranstaltung in Großräschen und dem Kongress in Ortrand anlässlich des 100. Geburtstages von Friedrich Press erfuhr dieser Künstler die ihm gebührende Ehrung.“ (Rudolf Kupfer, Lindenau in „Lausitzer Rundschau“ 20.9.2004)
116. Konzert am 7.10.2004 Internationales Orgelkonzert: Zwischen Film, Musical und Wein Krzysztof Ostrowski, Wejherowo/Polen „Jedes der Konzerte war ein Höhepunkt, eine hervorzuheben wäre ungerecht“, sagt der Initiator der bisherigen 14 Zyklen, Rudolf Bönisch, auch im Hinblick auf dieses letzte am 7. Oktober. „Frei Improvisationen“ erklangen bei dieser letzten Orgelmusik in der katholischen St. Antonius-Kirche. Ein unscheinbares Blatt hatte der Solist des Abends, Krzysztof Ostrowski aus Wejherowo in Polen, auf dem Notenpult des Spieltisches liegen.“ (Klaus Schirmer, Cottbus in „Tag des Herrn“ vom 17.10.2004) „Mit einem außergewöhnlichen Konzert fanden die 14. Großräschener Orgelkonzerte ihren Abschluss. Im Mittelpunkt stand diesmal nicht die Interpretation von Orgelwerken großer Komponisten, sondern freie Improvisationen des Solisten Krzysztof Ostrowski. Improvisation kann bedeuten, der Musiker zeigt, was in dem Instrument steckt und stellt damit die verrücktesten Sachen an. Der Zuhörer ist beeindruckt. Aber das war es dann auch. Ostrowski bietet mehr. Er nimmt das Publikum mit in seine Improvisationen, die aus eigenen Erlebnissen bei Besuchen in Paris, in Italien und beim Betrachten von Kinofilmen entwickelt wurden. Er lässt die Zuhörer teilhaben an seinen Empfindungen und Emotionen. Er erzählt Geschichten, verleiht aber auch der Fantasie Flügel.“ (Ulrich Münzberg, Senftenberg in „Lausitzer Rundschau“ 13.10.2004)
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