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RÜCKBLICK UND PRESSESTIMMEN 2009
 



19. Internationaler Orgelzyklus 2009

Mit dem Konzert am 1. Oktober endete der Orgelzyklus 2009 in Großräschen. Der Großräschener Orgelkonzerte e. V. hofft, mit der Auswahl der Künstler und der Musikprogramme viel Hörgenuss und Freude bereitet zu haben.





Hier finden Sie einen Rückblick.


 
 



7. Mai 2009: Orgel und Blockflöte

Matthias Eisenberg, Zwickau (Orgel) und Susanne Ehrhardt, Berlin (Klarinette/Blockflöten)


Virtuose Klangvielfalt mit Orgel und Klarinette

Virtuose Klangvielfalt – so war das Konzert überschrieben, das am Donnerstag den 19. Orgelzyklus in der Großräschener St. Antoniuskirche eröffnete. Der Organisator hatte damit nicht zuviel versprochen. Denn auf der Orgelbank saß Matthias Eisenberg (Zwickau), der dem Publikum nicht mehr vorgestellt werden muss. Virtuoses Spiel wird von ihm geradezu erwartet. Und dazu strömte eine gewaltige Hörerschaft in die Kirche. Längst waren alle regulären Bänke besetzt, als noch Stühle für die hineingetragen wurden, die ihr Auto nur noch auf entlegenen Parkplätzen abstellen konnten.




 
 

Matthias Eisenberg war jedoch nicht allein gekommen. Es standen Werke für Klarinette und verschiedene Blockflöten auf dem Programm – gespielt von Susanne Ehrhardt (Berlin). Eröffnet wurde mit Mozarts Kirchensonaten für Klarinette und Orgel. Doch dann griff die Solistin zu ihren Blockflöten. Diese sind für viele Kinder der Einstieg in das Instrumentenspiel. Aber welche Klangvielfalt man damit erzielen kann, dass zeigte die Flötistin. Sie führte das Publikum durch Blockflötenkompositionen der Renaissance, des Barock und der Moderne. Eisenberg unterstützte mit dezenter, aber wirkungsvoller Orgelbegeleitung.



 

Spannende Virtuosität - das Flötenspiel.

 

Der lebendige Ton der Blockflöte klingt in jeder Lage anders: Von wohliger Samtigkeit in der Tiefe bis zum schrillen Pfeifen in der Höhe. So wurden viele Komponisten angeregt, das Vogelgezwitscher nachzuahmen. Während man sich in der Renaissance damit begnügte, nur annähernd an die Klangwelt der kleinen gefiederten Gefährten heranzureichen, versucht die Moderne, mit ihnen zu konkurrieren. Meisterhafte Virtuosität ist zum Spiel dieser Werke notwendig – und über diese verfügt Susanne Ehrhardt.


 

Der Solopart.

 

Ihr Spiel forderte die Zuhörer selbst zu Applaus zwischen den einzelnen Stücken heraus, was eigentlich in Großräschen nicht üblich ist.

Das Flötenspiel kontrapunktierte Eisenberg mit berühmten Orgelwerken von Johann Sebastian Bach. Es erklang zunächst die 1. Triosonate – wobei ungewöhnlicherweise alle drei Sätze mit einer gleichbleibenden Klangfarbe zu hören waren. Der Reiz lag im variantenreichen Spiel der Finger und Füße. Es folgte eine Auswahl der sogenannten „Schübler-Choräle“, wahrhafter Ohrwürmer, mit feierlichen Trompetenklängen und glitzernden Oberstimmen. So wurde auch die virtuose Kunst des Organisten herausgefordert.



 

Susanne Ehrhardt und Matthias Eisenberg.

 

Das Publikum war begeistert und spendete stehend Applaus, sodass noch bekannte Stücke von Bach und Händel als Zugabe das Konzert beschlossen. Zuhörer sprachen von einem grandiosen Abend und Bürgermeister Thomas Zenker freut sich nach diesem gelungenen Auftakt der Großräschener Orgelkonzerte auf die angekündigten nächsten Konzertabende.


 

Die Künstler mit Bürgermeister Thomas Zenker.

 

Immer am ersten Donnerstag der kommenden Monate werden diese stattfinden, im Juni mit einem reinen Bach-Orgelkonzert, im Juli mit Dudelsäcken und Digeridoo als Soloinstrumenten im Zusammenspiel mit der Jehmlich-Orgel.

von Albrecht Bönisch


In: Lausitzer Rundschau. Lokalseite Senftenberg. 09.05.2009.


 

Der gefeierte Gastorganist Matthias Eisenberg.

 

Das Eröffnungskonzert 2009. 




4. Juni 2009: Léon Berben spielt Bach

Im zweiten Konzert 2009 in der Großräschener St. Antoniuskirche interpretierte der Spezialist für Alte Musik Léon Berben, Köln, Werke des großen Orgelmeisters Johann Sebastian Bach. Auf dem Programm standen zunächst die "Dorische" Toccata und Fuge und zwei unbekanntere Choralbearbeitungen zum Osterlied "Christ lag in Todesbanden" (BWV 695 und 718). Darauf folgte die eigentlich schlichte Canzona d-Moll (BWV 588), von Berben allerdings in der stark verzierten Fassung gespielt - und damit ein ungewöhnliches Hörerlebnis. Die Fantasie G-Dur BWV 572 erklang die erste Fassung, wobei der fünfstimmige Mittelsatz (Gayement, nicht wie später Gravement!) fast ausschließlich manualiter ausgeführt wurde. Aus der Orgelmesse folgte "Dies sind die heiligen zehn Gebot" und schließlich die große Toccata C-Dur.
Albrecht Bönisch


 

Léon Berben

 

Eine Stunde vor Konzertbeginn konnten Interessierte eine Kirchen- und Orgelführung erleben.




 

Die Führung erlaubte auch einen Blick auf die erhaltenen Altarfenster von 1912.




 

Mit Spannung erwartet eine große Konzertgemeinde die Orgelmusik J. S. Bachs.




 

Léon Berben präsentierte die Bachschen Kompositionen mit historischer Spieltechnik.




 

Bachs Musik im Originalgewand ließ sich auch auf einer Orgel von 1978 überzeugend darbieten.




 

Der Gastorganist aus Köln bedankte sich mit einer Zugabe.




2. Juli 2009: Orgel - mit Dudelsack und Digeridoo

Das besondere Konzert - Musik für Orgel, Dudelsack und Digeridoo - mit
Matthias Elger, Berlin (Orgel) und Ingo Wagner-Rothert (irischer Dudelsack und Digeridoo) - Gruppe AnamcorA unplugged


 



 

Großräschener Orgel hat zwei Register mehr

Lange vor dem Konzert waren die fast 300 Plätze in der Großräschener St. Antoniuskirche schon gefüllt, sodass Klappbänke in den Gängen aufgestellt werden mussten. Die Großräschener Orgelkonzerte warteten in ihrem 154. Konzert seit 1991 wieder mit einer Besonderheit auf. Zur Jehmlich-Orgel ertönten am vergangenen Wochenende die Klänge eines originalen Great Highland Bagpipe, des größten schottischen Dudelsackes.
Der Berliner Künstler und Kirchenmusiker in Dessau, Ingo Wagner-Rothert, ist passionierter Dudelsackspieler. Mit eigens für dieses Instrument und Orgel komponierten Stücken wie „March of Wedding“, „Pipe III“, „Cold Night“ oder „Galaxy“ begeisterte er das zum Teil weit angereiste Großräschener Publikum und erzielte langen Beifall und teilweise stehende Ovationen.


 
 

Es erklang auch die Uillean Pipe, die irische Variante des Dudelsack, die nicht mit dem Mund geblasen, sondern aus dem unterm Arm aufgepumpten Luftsack gespeist wird. In den 80 Konzertminuten hatte mit diesen Instrumenten die Orgel zwei Register mehr, Bälge inbegriffen. Ingo Wagner-Rothert spielte aber auch auf einem einfachen Wasserrohr und wurde dabei trommelnd begleitet von seiner Frau Susanne.
Kurz vor Ende des Konzertes kam noch das Didgeridoo, das Instrument der australischen Ureinwohner zum Einsatz. Die Klänge wurden von den gedrängt sitzenden Besuchern regelrecht aufgesogen, ja sie verbreiteten eine mystische Stimmung. Eine Stimmung, die auch der Psalmist vor mehr aus 2500 Jahren beschreibt: „Lobt den Herrn mit Pfeifen und Zymbeln“ - vorgetragen vor den Zugaben der Künstler.


 

Ingo Wagner-Rothert mit der Uillean Pipe.

 

Der Berliner Kirchenmusikdirektor Matthias Elger saß an der Orgel und schaffte so einen rundum wunderbaren Musikgenuss. Die vom Dudelsackspieler komponierten Stücke beinhalteten auch zwei Bearbeitungen von Bachs Orgelwerken. Es erklangen die berühmte d-Moll-Toccata in einer c-Moll-Variante. Und es war der Choral „Wenn wir in höchsten Nöthen seyn“ für Uillean Pipe und Orgel zu hören. Mit dem schottischen Hit „Amazing Grace“ ging dann das Sommerkonzert zu Ende. „Das war wieder ein großartiges Erlebnis“, war zigfach am Ausgang zu hören.

red/rb

In: Lausitzer Rundschau, Ausgabe Senftenberg 7.7.2009


 

Kirchenmusikdirektor Matthias Elger aus Berlin an der Jehmlich-Orgel.

 

Der Great Highland Bagpipe im Konzert. 




 

Didgeridoo-Känge in St. Antonius. 




 

Ingo Wagner-Rothert spielt auf einem Wasserrohr. 




 

Ingo Wagner-Rothert und Matthias Elger im Konzert mit Dudelsack und Orgel.




 

Die Künstler vor dem Spieltisch der Orgel. 




 

Simone Wagner-Rothert erklärt den irischen Dudelsack.




 

Als letzte Zugabe war ein Lied vom Ehepaar Wagner-Rothert zu hören.




 

Mit Beifall und stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für das besondere Konzert.




3.-5. Sept. 2009: OSTEUROPÄISCHE ORGELMUSIKTAGE




3. Sept. 2009: Orgelmusik aus Siebenbürgen

Ursula Philippi, Sibiu - Hermannstadt/Rumänien


 

Ursula Philippi eröffnete das Festival OSTEUROPÄISCHE ORGELMUSIKTAGE 2009.




4. Sept. 2009: Orgelmusik aus Russland

Irina Kalinovskaja, Kiew/Ukraine


 

Bei der Kirchenführung vor dem Konzert. 




 

Die ukrainische Organisten an der Jehmlich-Orgel. 




 



 

Nach dem Konzert. 




5. Sept. 2009: Musik aus alten und neuen Zeiten

Konzert mit Barockorchester und Orgel
URAUFFÜHRUNGEN

Marek Toporowski (Orgel)
Concerto Polacco, Warschau/Polen mit:
Tomasz Ślusarczyk und Stanisław Majerski (Naturtrompeten)
Judyta Wrona und Ewa Chmielewska (Barockviolinen)
Teresa Kamińska (Barockcello)



 

Marek Toporowski. (Foto: Andreas Neuthe)

 

Concerto Polacco. (Foto: Andreas Neuthe)




 

Marek Toporowski mit dem Komponisten Lothar Graap. (Foto: Andreas Neuthe)




 

Im Konzert. 




 

Barockviolinen. 




 

Naturtrompeten. 




 

Barockcello und Orgel. 




 

Bei der Uraufführung des Stückes von Andreas Willscher (Orgel und Trompete).




17. September 2009: Freienhufen

Dorfkirche Freienhufen
Orgelmusik und Kunstbetrachtung

Der spätmittelalterliche Taufstein

Ekkehard Saretz, Torgau (Orgel)
Albrecht Bönisch, Leipzig (Kunstbetrachtung)



 
 

Vor der Kirche. 




 

Bei der Kirchenführung. 




 

Im Mittelpunkt: Der Taufstein. 




 

Großes Interesse bei der Vorstellung der Orgel. 




 

Der barocke Schnitzaltar von Andreas Schultze. 




 

Albrecht Bönisch bei den Textlesungen. 




 

Das Thema "Taufe" wurde durch Orgelmusik umspielt und durch Texte vertieft. Dabei konnten Form, Gestalt und Zier des spätmittelalterlichen Taufsteins die theologische Dimension veranschaulichen. So kam der Konzertbesucher erklärt, dass die Achteckform symbolisch die acht Menschen bezeichnet, die in Noahs Arche aus der Sintflut gerettet wurden - eine Vorabbildung der Taufe. Die Lilien- und Rosendarstellungen, sowie die teilweise noch erhaltene leuchtende Bemalung verweist auf das Paradies.




 

KMD Ekkehard Saretz musizierte an der Sauer-Orgel. 




 

Frau Wahren vom Gemeindekirchenrat überreicht Dankesgeschenke nach dem Konzert.




1. Oktober 2009: Die Passacaglia

Gottfried Thore Drywa, Rotterdam/Niederlande


 

Beim Abschlusskonzert des 19. Großräschener Orgelzyklus gab es eine
orgelmusikalische Besonderheit. Der junge niederländische Organist
Gottfried Thore Drywa aus Rotterdam spielte sieben Passacaglien für
Orgel. In dem Konzert erklangen die Zwischentaktmusik aus der
Schostakowitsch-Oper "Katarina Ismailowa", die Passacaglia über "Wer nun
den lieben Gott läßt walten" von Cornelius de Wolf, eine mögliche
Vorlage für die berühmte Bachsche Passacalia c-Moll von André Raison
"Trio en passacacaille", sowie das große Bachwerk selbst, Introduction,
Passacaglia und Fuge des kanadischen Komponisten Hearly Willan, sowie in
Abänderung des ausgedruckten Programms die Passacaglia E-Dur von Max
Drischer ("Sonnenhymnus") und die Passacaglia d-Moll von Dietrich
Buxtehude. Das eineinhalbstündige Musikprogramm auf der Jehmlich-Orgel
begeisterte ein recht zahlreiches, hoch interessiertes Publikum, wobei
wegen des besonderen Programms auch mehrere Besucher aus Berlin den Weg
zum Großräschener Konzertort gefunden haben. Gottfried Thore Drywa
schrieb ins Gästebuch des Orgelvereins: "Eine sehr feine und
bemerkenswert schöne Orgel!" Eine Besucherin aus Lübbenau resümierte:
"Eine unglaubliche Klangfülle war zu erleben."

Passacaglien sind auch auf der bisher zehnteiligen CD-Reihe Orgellandschaft Niederlausitz zu hören: Auf Vol. 1 "Im Klostergebiet
Doberlug" spielt Lothar Knappe die Passacaglia d-Moll von Richard Wetz
(1875 - 1935) auf der dreimanualigen Voigt-Orgel in der Stadtkirche zu
Kirchhain. Auf Vol. 10 "Finsterwalde und Sonnewalde" spielt Jaroslav
Tuma die Passacaglia E-Dur von Max Drischner (1891 - 1971) auf der
Schuke-Orgel in der Stadtkirche zu Sonnewalde. Diese CDs können bestellt
werden.


 

Gottfried Thore Drywa an der Jehmlich-Orgel.