zu historischen Orgeln südlich von Doberlug - 100 Jahre Rühlmann-Orgel in Oppelhain
An den Orgeln: Pavel Svoboda, Dobuska/Tschechien
Kleines Orgelkonzert in Friedersdorf.
Bei der Vorstellung der Voigt-Orgel hinter dem barocken Prospekt von Gräbner.
Beim Besteigen des Kirchturms in Friedersdorf konnten die Glocken aus dem 13. Jahrhundert bewundert werden.
Drei Mittagsgerichte zur Auswahl.
Die Orgelfahrer wurden kulinarisch verwöhnt.
Der Organist: Pavel Svoboda.
Die Kirche in Oppelhain.
Die 100jährige Rühlmann-Orgel.
In der Oppelhainer Kirche.
Am Spieltisch.
Pavel Svoboda aus Tschechien präsentierte meisterhaft die Orgeln.
präsentierte meisterhaft die Orgeln.
präsentierte meisterhaft die Orgeln.
Unterwegs zu den Tastenkünstlern
Drei Orte, drei Kirchen, drei historische Orgeln – eine Tour. Rudolf Bönisch, Schöpfer der erfolgreichen Serie „Mixtur in Bass“, bei der Konzerte auf historischen Orgeln der Niederlausitz gespielt werden, hatte am vergangenen Wochenende zu einer kleinen „Extratour“ geladen.
In Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde Doberlug ging es in die Zisterzienserdörfer Gruhno, Friedersdorf und Oppelhain. Krönender Abschluss war am Samstag das Konzert auf der großen Sauerorgel in der Klosterkirche St. Marien in Doberlug.
Dort spielte Marek Toporowski aus Kattowitz/Polen. Alles zusammen war der Auftakt in die Konzertwochenenden »Mixtur in Bass«, bei denen an 15 verschiedenen historischen Orgeln, im Gebiet zwischen Kloster Doberlug und Kloster Neuzelle und rund um den Spreewald, internationale Orgelkonzerte mit Künstlern aus Tschechien, Polen, Brasilien und Deutschland stattfinden werden.
Gute Zusammenarbeit
»Insgesamt«, so Bönisch, »war es unsere vierte kleine Orgelfahrt und unsere zweite durch das Zisterzienserland. Leider werden unsere Angebote von den Menschen aus der Region noch nicht so gut angenommen. Im Großen und Ganzen hat aber alles geklappt und das ist wichtig. Besonders die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden vor Ort funktioniert hervorragend und die Leute geben sich alle erdenkliche Mühe, um gute Gastgeber zu sein.«
Jubiläum in Oppelhain
Und das kam bei den Gästen an und wurde entsprechend honoriert. »Ich bin einfach nur begeistert und fasziniert«, so die Berlinerin Hanne Thiel-Draheim am Ende der kleinen Orgelfahrt. »Wer sich für solche Sachen interessiert und heute nicht von Anfang an dabei war, hat richtig was verpasst. Alles hat hier einen ganz besonderen Charme und die Organisation war sehr professionell.«
Solche Aussagen sind natürlich Musik in den Ohren der Veranstalter und motiviert sie, auf diesem Pfad weiter zu machen. Neben den Gästen zollte Kirchen- und Orgelspezialist Rudolf Bönisch vor allem dem Organisten Pavel Svoboda seinen höchsten Respekt. Svoboda gehört zu den erfolgreichsten tschechischen Organisten der neuen Generation. »Der junge Mann musste sich an drei verschiedenen Orgeln, die alle ihren eigenen Charakter haben, vorbereiten. Eine echte Meisterleistung, die er da erbracht hat.« Svoboda spielte auf der Schröterorgel in Gruhno, der Voigtorgel in Friedersdorf und auf der Rühlmannorgel in Oppelhain. Wobei es in Oppelhain noch ein besonderes Jubiläum zu feiern galt. Die Rühlmannorgel erklingt dort seit genau 100 Jahren. »In diesem Jubiläum liegt auch der Grundgedanke für diese kleine Orgelfahrt«, so Bönisch.
Historische Anekdoten
In seinen Erläuterungen zur Kirche griff er dann auch gleich wieder korrigierend ein. »Eigentlich stammt die Orgel aus der Sonnewalder Orgelwerkstatt Schröther und wurde von Johann Christoph Schröther dem Älteren gebaut. Ein genaues Baujahr wissen wir nicht, aber ich schätze so um 1800. Um 1900 war Schröthers Arbeit nicht mehr zeitgemäß, die Romantik war in Mode, und so wurde Friedrich Wilhelm Rühlmann, aus dem anhaltinischen Zörbig, beauftragt, die Orgel zu überarbeiten. Dies geschah vor genau 100 Jahren. Es war übrigens die 320. Arbeit aus der Werkstatt Rühlmann.«
Bönisch zeigte Kennerwissen und war um keine Antwort verlegen. Die Geschichten und Anekdoten machten neben dem Musikgenuss den besonderen Charme der kleinen Orgelfahrt aus - und sie machten Appetit auf mehr.
Mit dem Fahrrad die Kirchen der Region kennengelernt
Die sommerliche Entdeckungsreise des Förderkreises „Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz“ zu den kleinen Dorfkirchen in der Luckauer Region hat in diesem Jahr zu den Kirchen in Goßmar, Riedebeck und Gehren geführt. Zum Abschluss erlebten die Teilnehmer in der Kirche von Waltersdorf nach der Kirchenführung noch ein Konzert der Reihe „Mixtur im Bass“ mit Prof. Martin Schmeding aus Freiburg im Breisgau auf der historischen Claunigk-Orgel und dem Cembalo.
An der Kirche in Goßmar empfing Katechetin Carola Graßmann die rund 20 wetterfesten Radfahrer im Nieselregen zunächst vor dem aus Feldsteinen und Backstein errichteten Gotteshaus und weist auf Besonderheiten an der im Jahr 2006 restaurierten Fassade hin. Später habe die Kirchengemeinde schrittweise das Fundament der Südvorhalle gesichert, informiert Carola Graßmann. Im Inneren der Kirche seien ebenso schrittweise alte Malereien mit Bibelversen freigelegt worden. Die Orgel In der Riedebecker Dorfkirche konnten die Teilnehmer der Radtour die Ergebnisse der erfolgreichen Arbeit der Restauratoren und Maler im vergangenen Jahr bestaunen. An der Nord-, Süd- und Westwand des Schiffes der Kirche wurden die mittelalterlichen Putze konserviert und Risse geschlossen. Ein neuer Farbanstrich hat die Spuren des jahrzehntelang hinabfließenden Regenwassers beseitigt. Mit der schrittweisen Restaurierung der mittelalterlichen Wandmalereien in der Dorfkirche soll in diesem Jahr begonnen werden, informierte die Vorsitzende des Förderkreises, Annegret Gehrmann.
»Die Kirchen sind ein Kulturgut der Region. Solch einen ausführlichen Einblick in ihre Geschichte zu erhalten ist sehr interessant«, sagten Sieglinde und Helmut Werkmeister. Sie beteilige sich vor allem wegen der Orgelkonzerte bereits seit mehreren Jahren an der geführten Radtour, erklärte Doris Lindner aus Altdöbern. »Es ist wunderschön, die verschiedenen Orgeln zu hören und interessant, dabei die Umgebung von Luckau kennenzulernen«, ergänzte sie. Vor allem die baulichen Besonderheiten und Stuckarbeiten interessierten ihn sehr, fügte ihr Begleiter Klaus-Dieter Schmidt an.
Ein besonderes Konzert erlebten die Teilnehmer der diesjährigen Radtour dann auch in der Waltersdorfer Kirche. Prof. Martin Schmeding sei ein Spezialist für alte Musik, wie Rudolf Bönisch, Organisator verschiedener Orgelkonzertreihen in der Lausitz, erläuterte. Der Musiker bot auf der historischen Claunigk-Orgel und dem Cembalo ein Bach-Programm. Rund 65 Zuhörer waren aus der Region und darüber hinaus gekommen, um ihn zu erleben. »Es war faszinierend, welche Vielfalt an Tönen er aus dem Instrument herausgeholt hat und wie er mit Händen und Füßen die Orgel spielte, dabei die Register zog und das alles allein bewältigte«, war Evelyne Wesenigk aus Liebsdorf von der Tour begeistert.
In der romanischen Kirche von Riedebeck. Im Mittelpunkt stehen die Wandmalereien und der spätgotische Flügelaltar.
Kremserfahrt am 7. August 2010
nach Wildau-Wentdorf, Liedekahle und Drahnsdorf
Mit Pferd und Wagen unterwegs.
Vor der Kirche in Wildau-Wentdorf.
In der Dorfkirche Wildau-Wentdorf.
Durch Wälder und Wiesen.
In Liedekahle.
Orgel und Taufengel in Liedekahle.
Station.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Wiederindienstnahme der Jehmlich-Orgel in Lübbenau
Orgel in der Lübbenauer Nikolaikirche klingt wieder
Mit einem Festgottesdienst ist am gestrigen Sonntagnachmittag die Orgel in der Lübbenauer Nikolaikirche nach einer Generalüberholung und Neuintonation wieder in den Dienst gestellt worden. Pfarrer Siegfried Freye hat den Gottesdienst mit den evangelischen Christen am Reformationstag gefeiert.
Die 1984 von der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich erbaute Orgel mit 35 Registern im barocken Gehäuse von 1741 wurde durch die Firma Hüfken aus Halberstadt gereinigt, technisch durchgesehen, neu intoniert und mit einem Zimbelstern ausgestattet, teilt die Kirchengemeinde mit.
Prof. Marek Toporowki aus Kattowitz ließ die Orgel im Gottesdienst erklingen. Gemeinsam mit Cellinstin Teresa Kaminska gab er das Konzert »Sieben Engel mit Trompeten«. Es wurden unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Lothar Graap, Giaccomo Meyerbeer, Zsolt Gardonyi und Max Reger gespielt. Von Ryszard Borowski erklang Preludium und Fuge über ein Thema von Frederic Chopin.
Im Anschluss hatten Konzertbesucher die Möglichkeit, mit dem Orgelsachverständigen Albrecht Bönisch eine Orgelführung zu erleben. Zahlreiche Konzertfreunde nutzten diese Gelegenheit, um mehr über das imposante Instrument zu erfahren. In: Lausitzer Rundschau. Lokalausgabe Lübbenau 01.11.2010.