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 MIXTUR IM BASS
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Die Orgeln

RÜCKBLICK UND PRESSESTIMMEN 2010
 



 

Freitag, 25. Juni 2010, Hornow
Sonnabend, 26. Juni 2010, Kleine Orgelfahrt
Sonnabend, 26. Juni 2010, Doberlug
Sonntag, 27. Juni 2010, Zerkwitz

Freitag, 9. Juli 2010, Klettwitz
Sonnabend, 10. Juli 2010, Frankena
Sonntag, 11. Juli 2010, Neuzelle

Freitag, 23. Juli 2010, Pretschen
Sonnabend, 24. Juli 2010, Kirchenradtour
Sonnabend, 24. Juli 2010, Waltersdorf
Sonntag, 25. Juli 2010, Prießen

Freitag, 6. August 2010, Lieberose
Sonnabend, 7. August 2010, Kremserfahrt
Sonnabend, 7. August 2010, Drahnsdorf
Sonntag, 8. August 2010, Vetschau

Freitag, 20. August 2010, Altdöbern
Sonnabend, 21. August 2010, Straupitz
Sonntag, 22. August 2010, Luckau


25. Juni 2010: Hornow

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Prof. Marek Toporowski, Kattowitz/Polen


 

Im Konzert. 




 

Mixtur im Bass Spezial: Einen Teil des Konzertes saß Prof. Marek Toporowski am Cembalo.




 

Ein Cembalo von J. C. Neupert (Kopie nach Hemsch).




 

Marek Toporowski stellt das Konzertprogramm vor: Polnische und ukrainische Musik des 20. Jahrhunderts.




 

„Mixtur im Bass“ eröffnet

„Mixtur im Bass“ – diese Niederlausitzer Konzertreihe an historischen Orgeln ist am Freitagabend in der Hornower Kirche eröffnet worden. Dazu hatte der Organisator und Orgelliebhaber Rudolf Bönisch den polnischen Professor Marek Toporowski aus Kattowitz eingeladen.

Bevor der 46-Jährige in seinem Konzert »Polnische Suite und Karpatische Fresken« sein musikalisches Können unter Beweis stellen konnte, erfuhren die Besucher der Dorfkirche St. Martin Hornow im Rahmen einer Kirchen- und Orgelführung interessante Dinge zum Gotteshaus und auch zu der Sauer-Orgel.

Dr. Wolfgang Buchhardt von der Hornower Kirchgemeinde hob in seiner Führung besonders die kunstvollen Fenster hervor, die damals in mühevoller Kleinstarbeit hergestellt wurden und in Deutschland wohl einmalig sind. Auch der Renaissance-Altar sowie der Taufengel aus der Barockzeit sind Besonderheiten der Hornower Kirche.
Die Sauer-Orgel in Hornow stammt aus dem Jahr 1884 und ist original erhalten. Bei diesem Klangkörper stehen die acht Register auf Kegelladen und umfassen einen kräftigen Prinzipalchor sowie drei weitere Grundstimmen.

Marek Toporowski brachte am Freitagabend Stücke polnischer und ukrainischer Komponisten zu Gehör. Neben der historischen Sauer-Orgel erklang mit einem zweimanualigem Pedalcembalo ein weiteres Instrument. Der polnische Organist und Musikprofessor studierte Musik in Warschau, Strasbourg und Amsterdam. »Orgel und Cembalo sind für mich ganz besondere Instrumente, die mich begeistern. Deshalb habe ich diese Musik auch viele Jahre studiert", so Marek Toporowski.

Wie konnte es in Hornow auch anders sein: Die Einheimischen bedankten sich natürlich mit feinster Schokolade für den schönen Konzertabend in der Kirche.

Von Martina Arlt

In: Lausitzer Rundschau. Lokalseite Spremberg, 28.06.2010.



26. Juni 2010: Doberlug

ORGELKONZERT

Prof. Marek Toporowski, Kattowitz/Polen


 

Die Sauer-Orgel in der Klosterkirche. 




 

Prof. Marek Toporowski stellt die Orgel vor. 




 

Bei der Kirchenführung mit Karl Trepsdorf. 




 

Die imposante Klosterkirche wird bei der Führung auch außen bewundert.




 

Barocke Außenwirkung und romantischer Klang. 




 

Marek Toporowski aus Kattowitz am Spieltisch. 




27. Juni 2010: Zerkwitz

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Prof. Marek Toporowski, Kattowitz/Polen



Weil sich das Fußballspiel Deutschland-England und das Mixtur-im-Bass-Konzert am morgigen Sonntag nicht behindern sollen, hat der Veranstalter den Konzertbeginn in der Dorfkirche Zerkwitz auf 18 Uhr verlegt. Kirche und Orgel können zuvor besichtigt werden.

In: Lausitzer Rundschau. Lokalseite Lübbenau, 26.06.2010.



Der polnische Meisterorganist Prof. Marek Toporowski interpretierte in der Dorfkirche Zerkwitz auf der Hartig-Orgel von 1854 und einem barocken Cembalo-Nachbau Werke unter dem Motto „Konzertante Musik unter der Sonne Italiens“. Trotz der Fußball-WM waren viele Besucher zur Kaffeetafel, zur Orgel- und Kirchenführung und zum Konzert in der Reihe „Mixtur im Bass“ gekommen.

In: Lausitzer Rundschau. Ausgabe Lübbenau, 29.06.2010.


 

Einladung nach Zerkwitz. 




 

Mit Prof. Marek Toporowski an der Orgel. 




 

Die Hartig-Orgel von 1854 steht im Mittelpunkt. 




 

Im Kontrast zur romantischen Orgel erklingt ein Nachbau eines Barockcembalos.




 

Der Organist zieht die Register und stellt damit die vielfältigen Klangkombinationen vor.




 

An der Orgel... 




 

...und am Cembalo. 




 

Konzertatmosphäre der Zerkwitzer Kirche. 




9. Juli 2010: Klettwitz

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Prof. Jaroslav Tůma, Prag/Tschechien


 

Im Altarraum der Klettwitzer Kirche. Vor dem Konzert erläuterte Albrecht Bönisch den interessierten Gästen den mittelalterlichen Kirchenbau und den vorreformatorischen Flügelaltar und wieß auf die Vergrößerung der Kirche vor ca. 100 Jahren hin. Damals wurde der Stil einer mittelalterlichen Kirche streng befolgt.




 

Erklärungen an der Orgel. Den zweiten Teil der Führung bildeten Erläuterungen zur Sauer-Orgel, die im Zuge der Kirchenvergrößerungen eingbaut worden war.




 

Während der Orgelführung mit Albrecht Bönisch. 




 

Prof. Jaroslav Tuma aus Prag spielte den ersten Teil des Konzertes auf einem Cembalo.




 

Das Cembalo ist ein Nachbau nach barocken Vorbildern. Im zweite Teil des Konzertes saß Prof. Tuma dann an der romantischen Sauer-Orgel.




10. Juli 2010: Frankena

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Prof. Jaroslav Tůma, Prag/Tschechien


 

Vor der mittelalterlichen Feldsteinkirche. 




 

Bei der Führung im Innenraum. Die Ausstattung stammt aus der Barockzeit (Altaraufsatz) und dem frühen 20. Jahrhundert (Kanzel, Emporen).




 

Prof. Jaroslav Tuma und die Schröther-Orgel. Das 1812 erbaute Instrument steht noch ganz in barocker Tradition. Es wurde vor wenigen Jahren hervorragend restauriert.




 

Im Altarraum war wieder das Cembalo aufgestellt. 




 

Es erklagen die virtuosen Werke von Scarlatti. 




 

Im Konzert. 




 

Prof. Tuma an der Schröther-Orgel. 




 

Die Saiten des Cembalos. 




 

Die Kombination von Orgel und Cembalo lässt Saiten und Pfeifen erklingen. In Frankena war das Programm ganz der barocken Klangwelt gewidmet.




11. Juli 2010: Neuzelle

ORGELKONZERT

Prof. Jaroslav Tůma, Prag/Tschechien


 

Vor dem Konzert in der prächtigen Stiftskirche. 




 

Prof. Tuma erklärt die Orgel, auch für die jüngsten Orgelinteressierten.




 

Die hochromantische Sauer-Orgel bildet zwar einen Kontrast zur barocken Kirche. Sie entführt aber gleichsam in himmlische Sphären.




23. Juli 2010: Pretschen

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Prof. Martin Schmeding, Freiburg i. Br.


 

Bei der Kirchenführung. Im Altarraum ist das Cembalo aufgestellt.




 

Prof. Martin Schmeding am Cembalo. 




 

Das Interesse ist auf die Schröther-Orgel gelenkt. 




 

Dank am Schluss. 




24. Juli 2010: Waltersdorf

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Prof. Martin Schmeding, Freiburg i. Br.


 

Prof. Schmeding erklärt. 




 

Am Cembalo neben Taufstein und Kanzel. 




 

Am Spieltisch der wertvollen Claunigk-Orgel. 




 

Pfarrer Gehrmann dankt für die Musik. 




25. Juli 2010: Prießen

CEMBALOKONZERT

Prof. Martin Schmeding, Freiburg i. Br.



Cembalo- statt Orgelkonzert in Prießen

Im Rahmen des Niederlausitzer Orgelfestivals „Mixtur im Bass“ ist am Sonntag um 17 Uhr Martin Schmeding aus Freiburg im Breisgau in der Dorfkirche Prießen zu erleben. Schmeding studierte in Hannover, Amsterdam und Düsseldorf Kirchenmusik, Orgel, Dirigieren und Cembalo.

Nach vielen gewonnenen Musikpreisen wurde er Kantor an großen Kirchen in Hannover und Düsseldorf und danach an der Kreuzkirche im sächsischen Dresden. Vor sechs Jahren wurde er nach Freiburg an die Musikhochschule als Orgelprofessor berufen.
In der kleinen mittelalterlichen Dorfkirche zu Prießen bei Doberlug-Kirchhain steht eine historisch wertvolle Orgel von Johann Christoph Schröther dem Älteren von 1850. Diese befindet sich in aufwendiger Restaurierung und sollte zu diesem Konzert fertig sein. Leider hat das nicht geklappt. So spielt Schmeding auf einem Cembalo, das speziell für diesen Tag in die Kirche gebracht wird. Der Besucher hört statt Orgeltönen, den wunderbaren Klang dieses Instruments mit »Alter Musik«. Auf dem Programm stehen Stücke von Girolamo Frescobaldi, Johann Kaspar Kerll, Dietrich Buxtehude, Georg Böhm, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Vom Leipziger Thomaskantor Johann Kuhnau, dessen 350. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird, wird die Biblische Sonate von David und Goliath auf dem Cembalo mit Sprechtexten zu hören sein.
Eine Stunde vor dem Konzert, um 16 Uhr, beginnt eine Führung durch die Kirche, bei der auch die Geschichte der Orgel erzählt wird. Diese Führung gehört zu jedem Konzert im Orgelfestival »Mixtur im Bass« und wird von den Konzertbesuchern sehr gern angenommen. In Prießen wird besonders und detailliert auf den alten Taufstein und den gotischen Altaraufsatz eingegangen. Der Konzerteintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

In: Lausitzer Rundschau. Ausgabe Finsterwalde, 23.07.2010.




„Der Zeitplan war von Anfang an knapp bemessen“

Am Sonntag um 17 Uhr findet ein Konzert in der Reihe „Mixtur im Bass“ in der Kirche Prießen statt. Allerdings kein Orgelkonzert. Es erklingt stattdessen »Alte Musik« auf dem Cembalo. Die RUNDSCHAU sprach mit Pfarrer Hartmut Nocke.

Warum erleben die Besucher am Sonntag kein Orgelkonzert?
Weil die Orgelbauer von der Firma Orgelbau Markus Roth mit der Reparatur des Instruments leider nicht rechtzeitig fertig geworden sind. Wir sind mit dieser Firma, die schon in Frankena und Trebbus für uns gearbeitet hat, aber sehr zufrieden.

Gab es überraschend Schwierigkeiten?

Nein. Die Zeit war wohl von vornherein zu knapp bemessen. Obwohl wir von der Firma die Zusage hatten, dass die Arbeiten abgeschlossen sein werden.

Was muss am Instrument gemacht werden?

Es handelt sich um eine historisch wertvolle Orgel von Johann Christoph Schröther, dem Älteren, von 1850, die wir seit März nicht restaurieren, sondern reparieren lassen. Die Orgel hat große Teile noch im Originalzustand, was eine sorgfältige Reparatur notwendig macht. Es geht um keine Erneuerung, sondern um eine Werterhaltung.

Wie werden die Arbeiten finanziert?

Mit Geldern des Pfarrsprengels Buchhain und vom Kirchenkreis sowie Spenden aus dem Dorf und von Vereinen, unter anderem von der Wald- und Jagdgenossenschaft Prießen.

Wurde das Instrument noch bespielt?
Ja, während der Gottesdienste, aber es hatte nicht mehr die volle Klangbreite.

... die nach der Reparatur aber wieder gewährleistet ist?
Ja, natürlich. Und das wollen wir auch ausnutzen, indem wir öfter mal zu Konzerten einladen. Wir freuen uns aber auch am Sonntag zum Cembalo-Konzert auf viele Besucher, die auch noch etwas mehr über die Orgel erfahren.

Mit Hartmut Nocke sprach Heike Lehmann.

In: Lausitzer Rundschau. Ausgabe Finsterwalde, 24.07.2010.



 

Bei der Kirchenführung. Feldstein, Raseneisenstein, Backstein - Zeugen der Baugeschichte.




 

Auf der Nordseite. Hier gab es im Mittelalter gar keine Fenster. Die heutigen sind erst aus dem 18. Jahrhundert.




 

Von besonderem Interesse: Der gotische Flügelaltar mit den Heiligenfiguren.




 

Während der Führung im Innenraum. Zum Konzert war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt.




 

Prof. Martin Schmeding am Cembalo. 




 

Gespannte Aufmerksamkeit: Ungewohnte Klänge in der Dorfkirche.




6. August 2010: Lieberose

ORGELKONZERT

Michal Markuszewski, Warschau/Polen


 

Vor der Landkirche. 




 

Vor der Ruine der Stadtkirche. 




 

Vor dem gewaltigen Schulenburg-Epitaph. 




 

Die Sauer-Orgel. 




 

M. Markuszewski erklärt die Klangmöglichkeiten. 




 

Der junge Künstler am Spieltisch. 




7. August 2010: Drahnsdorf

ORGELKONZERT

Michal Markuszewski, Warschau/Polen



Mit dem Kremser zu Orgel-Schätzen

Zwei Kremser-Fuhren voller Musikfreunde sind am Samstag zwischen Golßen und Dahme unterwegs gewesen: Sie haben Entdeckungen in Kirchen von Wildau-Wentdorf, Liedekahle und schließlich in Drahnsdorf gemacht. Ermöglicht wurde das von den Veranstaltern des Internationalen Orgelfestivals „Mixtur im Bass“ um Rudolf Bönisch.

Der 30-jährige Organist Michal Markuszewski aus Warschau erwartete die musikbegeisterte Gruppe zu seinem Konzert mit originellem Programm schon an der Dorfkirche in Drahnsdorf. Markuszewski ist Komponist und Gewinner des Wettbewerbs um die beste Interpretation von Orgelwerken Johann Sebastian Bachs des Gdansker Stadtpräsidenten. In Drahnsdorf war er zum ersten Mal mit einem Bach-Programm.

Viele der Gäste, die fast alle Plätze der Drahnsdorfer Kirche mit Wurzeln aus dem 14. Jahrhundert füllten, hatten zuvor schon die Schönheiten der alten Dorfkirchen in Wildau-Wentdorf mit ihrer Dinse-Orgel und in Liedekahle mit ihrer Moschütz-Orgel kennengelernt. Die Drahnsdorfer Orgel, so erklärte Rudolf Bönisch während einer Führung, ist eigentlich ein Liedekahler Instrument mit Übearbeitung von Schuke. Die Gemeinde in Liedekahle hatte um 1849 ihre Claunigk-Orgel an die Drahnsdorfer verkauft, um sich eine neue anzuschaffen. Die Orgel wurde 1936 von Schuke mit neobarockem Klang gründlich umgebaut, wobei die äußere Hülle des Instrumentes erhalten blieb. Deshalb können Organisten wie Michal Markuszewski sowohl barocke wie romantische Klänge darauf spielen.
Johann Sebastian Bachs Kompositionen gelten als Schätze des Weltkulturerbes. Im Drahnsdorfer Konzert erklangen Werke wie zwei Präludien mit Fugen, die die kleine Orgel hören lassen kann. Außerdem standen zwei weitere Werke des großen Meisters auf dem Programm. Aber auch die Musiker-Verwandtschaft von Bach war im Konzertnachmittag vertreten. So waren Orgelwerke des Cousins zweiten Grades von Johann Sebastian namens Johann Bernhard - immerhin war er herzoglicher Cembalist der Hofkapelle zu Eisenach - und von Johann Bernhard aus der fränkischen Linie der Bachs zu hören gewesen. Ebenso erklang Musik von Johann Lorenz, den der Programmzettel als Bruder des Großmeisters ausweist. Das Publikum genoss die einfühlsam interpretierte Musik, die Michal Markuszewski wie seine eigenen Kompositionen als Hommage an Meister Bach hören ließ.

»Ich habe diese Konzertreihe für mich entdeckt und finde sie prima«, so Hildegard Hoffmann aus Berlin. Nun wisse sie, dass es auch in den Dorfkirchen in der Niederlausitz viel zu entdecken und Schönes zu hören gibt. Sie werde wieder kommen, ist sie sich sicher.

Von Detlev Simsch

In: Lausitzer Rundschau. Ausgabe Luckau/Dahme, 09.08.2010.




Bilder von der Kremserfahrt


 

Regen schreckt die Orgelfreunde nicht ab: Die Kirchenführung beginnt draußen.




 

Die mittelalterliche Kirche. 




 

Im Innenraum. 




 

An der Orgel. Der spätbarocke Prospekt stammt noch aus dem 18. Jahrhundert.




 

Michal Markuszewski vor der Schuke-Orgel. 




8. August 2010: Vetschau

ORGELKONZERT

Michal Markuszewski, Warschau/Polen



Polnischer Meister: Vetschauer Orgel hat eine Seele

Der Konzertreigen 2010 an historischen Orgeln in der Niederlausitz steht vor dem großen Finale. Bevor die brasilianische Organistin Elisa Freixo am 20., 21. und 22. August in der Region gastiert, war es am vierten Konzertwochenende Orgeln in Lieberose, Drahnsdorf und Vetschau vorbehalten, von Meisterhand bespielt zu werden.

Mit Michal Markuszewski hatte ein polnischer Jungorganist als Virtuose am Spieltisch Platz genommen, um das göttliche Instrument und sein Publikum gleichermaßen zu verzaubern.
»Mit der ´Mixtur im Bass´ gastieren wir erstmals in der Vetschauer Doppelkirche«, informierte Rudolf Bönisch, der die Konzertserie mit wechselnden Veranstaltungsorten 2004 ins Leben rief. In Vetschau fiel schließlich mit zwei zur Auswahl stehenden Konzerträumen und Orgeln die Entscheidung auf die Deutsche Kirche und deren 1899 eingebaute Orgel aus der berühmten Werkstatt Schlag & Söhne. »Ein auserwähltes Instrument der romantischen Phase, die Vetschauer können sich glücklich schätzen, eine solche Orgel zu besitzen«, so Bönisch.
»Dieses Instrument hat eine Seele«, schwärmte auch Michal Markuszewski.

Verheiratet ist er, Vater einer Tochter und aufgrund seines dreijährigen Musikstudiums in Berlin und Würzburg mit entsprechenden Deutschkenntnissen ausgestattet. »Alles wunderbar, alles bestens«, antwortete der 30-Jährige auf die Frage nach seinen Eindrücken. »Ich hatte der Vetschauer Doppelkirche bereits im vergangenen Jahr einen Kurzbesuch abgestattet und war schon damals begeistert«, sagte er.

Umso größer war die Freude, als ihn die Nachricht ereilte, sein musikalisches Können auf einer Schlag & Söhne-Orgel vortragen zu dürfen. »Auf Instrumenten aus diesem Hause spiele ich am liebsten. Da sich auch in meiner Heimatstadt Warschau ein solches befindet, genügte mir rund eine Stunde Einspielzeit, um mich mit dem Vetschauer Instrument vertraut zu machen«, so der preisgekrönte Jungorganist.

Die Harmonie zwischen göttlichem Tonwerkzeug und begnadeten Virtuosen war unüberhörbar. Nach Werken von Bach, Freyer, Bunk, Reger, Nowowiejski und Lefébure-Wély verabschiedete sich der Meister mit zwei Zugaben von den über 100 Vetschau er Zuhörern.

Konzerte im Spreewald


Zum Ausklang des Konzertreigens »Mixtur in Bass« 2010 wird die brasilianische Organistin Elisa Freixo erwartet. Musizieren wird sie am Freitag, 20. August, in der Evangelischen Kirche Altdöbern (19.30 Uhr), am Samstag, 21. August, in der Schinkelkirche Straupitz (17 Uhr) sowie am Sonntag, 22. August, in der Nikolaikirche in Luckau (17 Uhr).

Von Uwe Hegewald

In: Lausitzer Rundschau. Ausgabe Lübbenau, 10.08.2010.



 

In der Wendischen Kirche. 




 

Durch die Sakristei: In der direkt angebauten Deutschen Kirche.




 

Im Mittelpunkt des Interesses: Die Schlag & Söhne-Orgel.




 

Michal Markuszewski ist Spezialist für die Instrumente von Schlag & Söhne.




 

Die Orgel im Konzert. 




 

Dank nach dem Konzert. 




 

Der Künstler am Spieltisch. 




20. August 2010: Altdöbern

ORGELKONZERT

Elisa Freixo, Tiradentes/Brasilien


 

Vor der Kirchentür. 




 

Auf dem Weg zum Altarraum. Die Kirche wurde 1920 erbaut.




 

Zur Führung am Spieltisch der Heinze-Orgel: Friedrich Bönisch.




 

Konzertatmosphäre. 




 

Die Künstlerin aus Brasilien. Elisa Freixo am pneumatischen Spieltisch.




21. August 2010: Straupitz

KONZERT FÜR ORGEL UND CEMBALO

Elisa Freixo, Tiradentes/Brasilien


 

Die brasilianische Organistin Elisa Freixo stellt die Hartig-Orgel in der Straupitzer Schinkel-Kirche vor.




 

Vor dem Konzert. Im Altarraum ist das Cembalo aufgestellt.




22. August 2010: Luckau

ORGELKONZERT

Elisa Freixo, Tiradentes/Brasilien


 

Die Donat-Orgel darf mit ihrem großartigen Klang dazu beitragen, dass Leid der Flutopfer zu lindern.




 

Orgelmusik gegen die Flut

Abschlusskonzert von „Mixtur im Bass“
Benefiz für Pakistan


Das Abschlusskonzert im diesjärigen bereits 7. Niederlausitzer Orgelfestival „Mixtur im Bass“ am gestrigen Sonntag, 22.8.2010, wurde nochmals zum musikalischen Höhepunkt. Die
brasilianische Meisterorganistin Elisa Freixo aus Tiradentes präsentierte auf der historischen Donat-Orgel von 1672/73 Orgelmusik aus Spanien, Portugal und Mexiko. Die das gesamte
Mittelschiff der Nikolaikirche in Luckau füllende Publikum aus Luckau, der Niederlausitz, aus anderen Städten und Berlin konnte Orgelwerke von Juan Bautista José Cabanilles (1644-1712), Domenico Scarlatti (1685-1759), José de Torres (1661-1727) und Pedro de Araujo (gest. 1684) hören. Es war höchster Musikgenuss, der nach lang anhaltendem Beifall mit einer heiteren Zugabe ergänzt wurde.

Wenige Tage vor dem Konzert haben die veranstaltende Luckauer evangelische Kirchengemeinde, die Künstlerin Elisa Freixo und die Organisation von „Mixtur im Bass“ das
Konzert zur Benefizveranstaltung für die Flutopfer in Pakistan erhoben. Veranstaltern und Publikum war bewusst, dass die finanzielle Hilfe für das millionenfache Leid in Anbetracht der benötigten Mittel nur äußerst gering sein kann. Jedoch sollte bei all der Freude an der
wunderbaren Orgelmusik das Leid anderer nicht vergessen werden.

Es kam die Summe von 1572,34 Euro als Spende der Konzertbesucher zustande. Dieses Geld soll nun auf schnellsten, unbürokratischen und sicheren Weg die Flutopfer in Pakistan
erreichen. Die Veranstalter bedanken sich hiermit bei allen Spendern sehr herzlich. Die Idee der „Orgelmusik gegen die Flut“ war ein musikalischer Hochgenuss und ein sichtbarer Erfolg für die Katastrophenhilfe.


 

Pressemitteilung [148 KB]


 

Bei der Kirchenführung mit Albrecht Bönisch. 




 

Von der Empore wird die Donat-Orgel erläutert. 




 

Einheit von Archtektur und Klang: Die Kanzel von Andras Schultze und die Donat-Orgel.




 

In der Nikolaikirche. 




 

Orgelmusik spielt 1500 Euro für Flut-Opfer in Pakistan ein

„Genau 1572,34 Euro haben die Kirchenmusikfreunde für die Flut-Opfer in Pakistan gespendet. Ich bin überwältigt!“ Organisator Rudolf Bönisch hat am Sonntag dieses Resümee nach dem Abschlusskonzert des Internationalen Orgelfestivals „Mixtur im Bass“ in der Luckauer Nikolaikirche gezogen.

Das Konzert war in jeder Hinsicht etwas Besonderes: Die preisgekrönte brasilianische Organistin Elisa Freixo saß an einer der ältesten deutschen Barockorgeln mit ursprünglichem Baujahr 1672/73 und spielte Werke spanischer und portugiesischer Meister aus der barocken Musik-Epoche. Den finanziellen Erlös aus Spenden nach ihrem Konzert widmete Elisa Freixo den Hochwasser-Opfern in Pakistan.

Die Künstlerin erklärte, sie freue sich, mit ihrer Musik »auf der wunderschönen großen Orgel in dieser riesigen Kirche« den Menschen Freude bringen zu können. Nach ihren gut besuchten Konzerten in den Gotteshäusern in Altdöbern und Straupitz hatte sie sich »was Sommerleichtes« auf das Notenpult der großen Orgel gelegt.

Außer Domenico Scarlattis Namen auf dem Programmzettel mit seinen federleicht gespielten zwei Sonaten waren die anderen Komponisten aus Spanien, Portugal und Mexiko für die Konzertfreunde eine erfreuliche Hör-Entdeckung. Elisa Freixo ließ der Donat-Orgel spielerisch vom zarten Pfeifenton bis zum mächtigen Klang wie bei der »Batalha« von Pedro de Araujo aus dem 17. Jahrhundert alle Möglichkeiten der Klangentfaltung in ihrem meisterlichen Spiel. Und die Zuhörer genossen das musikalische Erlebnis nicht nur, sie honorierten es mit großzügiger Spende für den humanitären Zweck.

»Die Spendengelder gehen rasch auf die Reise, um als dringend benötigte Güter zu den geplagten Menschen in Pakistan gebracht zu werden«, erklärte Rudolf Bönisch. Gemeinsam mit Elisa Freixo und Pfarrer Frank Gehrmann - er vertritt Luckaus Pfarrerin Kerstin Strauch, die im Urlaub ist - entschied sich Bönisch für das Diakonische Hilfswerk als »unkomplizierteste und kostengünstigste Hilfsadresse für die pakistanischen Menschen, die jetzt und nicht irgendwann Hilfe brauchen«. »Gottlob wird viel gespendet, aber Elisa Freixo und die gebenden Konzertfreunde haben in Luckau gezeigt, dass man auch mit Kunst und Kultur für Pakistan viel erreichen kann«, freute sich Pfarrer Gehrmann. Auch in den Pfarrämtern in Luckau, Langengrassau und anderen des Kirchenkreises seien weiterhin Geldspenden für die Menschen in Pakistan willkommen. Von dort laufe die Unterstützung ebenfalls unkompliziert über das Diakonische Hilfswerk, sagte Frank Gehrmann.

Von Detlef Simsch

In: Lausitzer Rundschau. Ausgabe Luckau 24.8.2010.



 

Orgelkurs mit Elisa Freixo [449 KB]