100 Orgelfreunde brachen am 27.09.2011 zur 10. Großräschener Orgelfahrt auf. Es galt einen kleinen Ausschnitt aus der großen Niederlausitzer Orgellandschaft zu besichtigen, Kirchen und Instrumente kennen zu lernen. Rudolf und Albrecht Bönisch waren die Reiseleiter der zwei Busse, die um 9 Uhr vom Markt in Großräschen abrollten, um einen ereignisreichen Tag in der Region des oberen Unterspreewaldes zu erleben. Der Programmablauf war in jeder besuchten Kirche derselbe: jeweils eine Kirchen- und Orgelführung durch Albrecht Bönisch und ein anschließendes kurzes Konzert durch den jungen polnischen Organisten Michał Markuszewski. Erste Station wurde in Vetschau gemacht. Dort besahen sich die Orgelliebhaber zuerst die wendische und dann die deutsche Kirche, die als Doppelkirche durch einen kleinen Durchgang zu erreichen ist. In den nebeneinander stehenden Kirchen stehen zwei vollkommen unterschiedliche Orgeln – einmal Fa. Schlag & Söhne, Schweidnitz (1899) und zum anderen von Friedrich Kaltschmidt, Stettin (1858/59). Schnell wurde deutlich, welch hoher Anspruch an den Organisten der Fahrt gestellt wurde: In jeder bereisten Kirche steht ein vollkommen anderes Instrument, von anderer Bauart, von diversen Orgelbauern, ausgerichtet für ganz unterschiedliche Musik. Aber Markuszewski meisterte diese Anforderung mit Bravour. Er spielte jede Orgel, als sei die Umstellung nur eine Kleinigkeit und setzte jedes, noch so unterschiedliche Werk von Georg Böhm, über Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Max Reger bis zu Cesar Franck, mit unglaublicher Leichtigkeit um. Vetschau folgten die Orte Krieschow, Burg/Spreewald und Lübbenau. Zwischendurch gab es ein ausgezeichnetes Mittagessen in Werben und Kaffeetrinken in Burg/Spreewald. Dabei hatte man die Möglichkeit ausführlich mit anderen Teilnehmern der Orgelfahrt ins Gespräch zu kommen. In Lübbenau, der letzten Station, fand ein großes Abschlusskonzert statt, in dem Markuszewski noch einmal seine unglaubliche Flexibilität bewies und große Orgelwerke Bachs, Böhms und Francks spannend interpretierte und damit den Zuhörern die Sprache verschlug. Keiner wollte so schnell die Kirche verlassen und damit die Orgelfahrt beenden. Gegen 19 Uhr fuhren die beiden Busse zurück nach Großräschen. Ein langer Tag lag hinter den Reiseteilnehmern. Ein Tag, der ihnen wieder einmal einen kleinen Einblick in den Reichtum der Niederlausitz verschafft hatte.
Busabfahrt am Bahnhof in Lübbenau.
Vetschau: In der Wendischen Kirche.
Michal Markuszewski an der Kaltschmidt-Orgel.
Beim Mittagessen in Werben.
Ein Bild der Grüneberg-Orgel in Krieschow.
Bei den Erläuterungen zu Kanzel und Altar.
Albrecht Bönisch erklärt die Jehmlich-Orgel in der Nikolaikirche Lübbenau.