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Orgelrestaurierung Goßmar

Orgelrestaurierung Goßmar

In Goßmar bei Luckau steht eine mittelalterliche Dorfkirche, die mehrere Schätze birgt. Neben den Resten eines gotischen Schnitzaltares findet sich dort auch eine kleine Orgel. Diese muss um 1775 entstanden sein. Der Stil deutet auf Johann Christoph Schröther d. Ä. aus Sonnewalde als Erbauer hin.


 

Dorfkirche Goßmar

 



 

Die kleine mechanische Schleifladenorgel wurde nicht für diese Kirche erbaut. Es ist vielmehr ein gänzlich untypisches Kircheninstrument, weshalb seine Herkunft wohl im weltlichen Zusammenhang gesucht werden muss. Darauf deuten mehrere Besonderheiten hin. Zunächst verfügte das Instrument ursprünglich über kein Pedal. Eine kleine Balganlage befand sich im Untergehäuse. Die Disposition ist sehr kammermusikalisch ausgerichtet und verfügte darüber hinaus auch über interessante Nebenregister: Tremulant und Zimbelstern. Die Manualklaviaturbeläge sind aus besonderem Holz hergestellt (Rosenholz?) und schließlich ist der Orgelprospekt durch seine Asymmetrie auffällig.

Die Orgel kann jedoch nur wenige Jahre an ihrem ursprünglichen Aufstellungsort genutzt worden sein. Schon um die Wende zum 19. Jahrhundert ist sie in Goßmar bezeugt. Beim Einbau in die Kirche erhielt sie ein Pedal mit einem offenen 8'-Register. Diese Gestaltung ist für den Sonnewalder Orgelbau auch bei anderen Dorfkirchenorgeln belegt und deutet auf den Wunsch nach einer zeichnenden Bassführung hin. Das Goßmarer Instrument wird dadurch in seiner kammermusikalischen Grundgestalt sinnvoll ergänzt. Mit diesen Veränderungen kam auch eine neue Balganlage hinter der Orgel hinzu und die Orgel verlor leider ihre Nebenregister.

Die heutige Disposition:

Manual
(CD-c’’’)
Gedackt 8’
Gambe 8’
Flöte 4’
Principal 2’
Quinte 1 1/3’
Octave 1’

Pedal (CD-c’)
Violon-Bass 8’
Pedalkoppel

Heute ist das Instrument kaum spielbar. Eine Restaurierung ist unbedingt erforderlich um dieses Kleinod zu bewahren und wieder bekannt zu machen.

Die Kirchengemeinde ist sehr bemüht, die Kirche Stück für Stück zu restaurieren. Das Wiedererklingen der Orgel soll die Krönung dieser Arbeiten werden. Vor wenigen Jahren konnte schon als erster Bauabschnitt die Balganlage erneuert werden. Für eine CD-Aufnahme wurden 2004 drei Register gereinigt und gestimmt. Der Klang ist auf Vol. 4 der Reihe ORGELLANDSCHAFT NIEDERLAUSITZ dokumentiert.

Um die eigentlichen Restaurierungsarbeiten beginnen zu können, bedarf es der finanziellen Unterstützung durch zahlreiche Orgelfreunde. Ihre Hilfe ist für die Goßmarer Orgel unverzichtbar!


Weitere Informationen:
www.muehle-gossmar.de